Anreichern von Wasser mit Wasserstoff in der Praxis

Sinn, Grundlagen, Testen käuflicher H2-Geräte  -  alternative Bauanleitungen für günstigere Alternativen

Der lineare Dekompressionsspeicher

Das ist eine sperrige Bezeichnung für ein sehr simples Bauteil, die mir für das eingereichte Patent eingefallen ist, aber sie beschreibt genau die Funktion. Nach der Druck-Mix-Pumpe und dem optionalen Turbulenz-Gasmischer steht das übersättigte H₂-Badewasser unter einem Druck von 3–8 bar und wenn dieser Druck zu schnell wieder absinkt, dann sprudelt auch das bereits gelöste H₂‑Gas sofort wieder aus dem Wasser. Das ist vergleichbar mit einer Sprudelflasche, die vor dem schnellen Öffnen etwas geschüttelt wurde: Es zischt und das meiste CO₂ entweicht sofort aus dem Sprudel.

Der Druck sollte nach der Pumpe also möglichst langsam und kontinuierlich reduziert werden bis auf einen Wert, bei dem das Wasser beim Austritt aus dem Ausströmer unter Wasser in der Badewanne auch das bereits übersättigte H₂‑Wasser in der Badewanne nicht mehr stört. Das ist so bei ca. 1 bar Überdruck am Ende des Ausströmers der Fall. Auch ist es wünschenswert, dass das eingemixte H₂‑Gas etwas mehr Zeit bekommt, sich unter Druck im Wasser zu lösen. Beide Anforderungen werden von einer langen Leitung mit konstantem Fließquerschnitt ideal erfüllt.

Zusätzlich hat es sich als vorteilhaft erwiesen, diese lange Leitung in einer engen Wendel zu führen, etwa in Form eines druckfesten Spiralschlauchs, wie er für Pressluft-Anwendungen verkauft wird. Diese enge Kreisbogenführung der Wasserströmung bewirkt durch die auftretende Fliehkraft, dass ggf. noch in dem Wasser verbliebene Gasbläschen an die Innenseite der Wendel hin separiert werden und sich dort zu größeren Blasen vereinen und so dem übersättigten Wasser im Schlauch und in der Badewanne weniger H₂‑Gas wieder entreißen.

In meinen Versuchen haben sich spiralförmige Pressluftschläuche als eine kostengünstige und gut geeignete Lösung erwiesen. Es gibt sie in unterschiedlichen Längen und Durchmessern, sodass immer eine ideale Kombination von Länge und Durchmesser gefunden werden kann, die so dünn ist, dass der Durchmesser die Druck-Mix-Pumpe an ihre Leistungsgrenze zwingt (damit sie möglichst effektiv mixt), und der so lang ist, dass sich das H₂‑Gas möglichst vollständig löst und am Ende des Spiralschlauchs kein zu großer Überdruck gegenüber dem Wasser in der Wanne mehr herrscht.

Hier einige Beispiele für so einen linearen Dekompressionsspeicher:

 Linearer Dekompressionsspeicher Schlauch 1 Linearer Dekompressionsspeicher Schlauch 2

Bild 1: Gardena Gartenschlauch 20 m, Ø 22 mm im Schlauchaufroller als linearer Dekompressionsspeicher und Ausströmer in einem (Bademixer V1.6, Variante 2, mit externer Heizung)
Bild 2: Gewebe-verstärkter Schlauch 50 m, Ø 10 mm unter Wasser in der Wanne (dadurch weniger Wärmeverlust beim Umpumpen)

Linearer Dekompressionsspeicher Spiralschlauch 1Linearer Dekompressionsspeicher Spiralschlauch 2

Bild 3: Ein Pressluftspiralschlauch (15 m, Ø 8 mm) als linearer Dekompressionsspeicher umgibt die Ansaugleitung
Bild 4: … angeschlossen am Komplett-Gerät V3,2 (PKSm65, 6 Wirbeldüsen-Gasmischer, Intalator 1000 ml/min H2‑Gas)

 

Linearer Dekompressionsspeicher Spiralschlauch 3 Linearer Dekompressionsspeicher Spiralschlauch 4

Bild 5: Ein Pressluftspiralschlauch (30 m, Ø 10 mm) je 15 m innerhalb und außerhalb eines PE‑Abwasserrohrs als linearer Dekompressionsspeicher
Bild 6: … im Betrieb am Komplett-Gerät V3.4 (PKSm65 + PV90, 90-Lochdüsen-Gasmischer, Intalator 2000 ml/min H2‑Gas)

 

Linearer Dekompressionsspeicher Spiralschlauch 5         Bild Verfahren 2 Tesla Spiralschlauch 01

Bild 7: linearer Dekompressionsspeicher gemäß Bild 5 mit Gegenstrom-Gasmischer nach dem Prinzip des Tesla-Ventils,
jetzt eingebaut in ein 150‑mm-Lüftungsrohr und innen mit PU‑Bauschaum wärmeisoliert.