Inhalieren von Wasserstoff mit dem H2-Inhalator
Es gibt Geräte zur Herstellung von Wasserstoff-Wasser, das man trinken kann, und Geräte zur Herstellung von Wasserstoff-Gas, das man einatmen kann, um dem Körper mehr H2-Gas zur Verfügung zu stellen, als der Darm produziert.
H2-Gas-Erzeuger werden als Inhalator bezeichnet und zu dem Zweck verkauft, der Atemluft direkt in der Nase H2-Gas beizumischen. Dazu verwendet man eine sogenannte "Nasen-Brille", ein dünner Schlauch mit zwei kurzen Abzweigen nach oben für die Nasenlöcher, den man unter der Nase vorbeiführt und sich über die Ohren hängt. Wenn der Schlauch weich und flexibel ist, lässt sich diese "Nasenbrille" im Sitzen und Liegen einigermaßen komfortabel tragen. Weniger komfortabel sind die dickeren und weniger flexiblen grünlichen Schläuche der Nasenbrillen, die für den einmaligen Gebrauch im Medizinbereich verkauft werden (Kosten: zwischen 11 Cent bis ca. 2 € das Stück).
Gute Inhalatoren arbeiten alle mit einer PEM-Membran, durch die H2-Gas aus dem Wasser "gerissen" wird, wenn sie unter eine Stromspannung von mindestens 1,3 bis 1,8 Volt gesetzt wird (siehe hier). Auf der Anoden-Seite der Membran entsteht dabei Sauerstoff-Gas und auf der Kathoden-Seite Wasserstoff-Gas durch eine Auftrennung der Wasser-Moleküle in seine Atome, unabhängig davon, welche Seite der Membran vom Wasser berührt wird. Am Gerät erkennbar ist diese Technologie, dass es einen Gasauslass für reinen Wasserstoff (H2) gibt, bei manchen Geräten auch noch einen zweiten Auslass für reinen Sauerstoff (O2). Geräte, die nur ein Mischgas aus 2 H2 + 1 O2 anbieten, sind meiner Ansicht nach nicht zu empfehlen.
Inhalatoren sollten am besten ausschließlich mit doppelt destilliertem Wasser für den Laborbedarf betrieben werden, und können dann gar nicht anders als nur hoch-reines H2-Gas erzeugen (so kann die Gas-Qualität überprüft werden).
Anmerkung: Die Inhalatoren prüfen zumeist selbst ob sie mit deionisiertem Wasser (DI) gefüllt wurden, dass dem Strom einen Widerstand von mindestens einem Megaohm entgegen setzt, bzw. die Leitfähigkeit des Wasser kleiner als 1 µS ist. Durch die Verwendung von doppelt destilliertem Wasser verlängert sich aber die Lebensdauer der teuren PEM-Zelle im Gerät aber nochmal ganz deutlich.
Auch die transportablen Booster-Flaschen zur Erzeugung von H2-Wasser können theoretisch als Inhalator verwendet werden, wenn am Deckel ein Auslass ist, an dem eine Nasenbrille angeschlossen werden kann, aber die erzeugte Gasmenge je Minute sind hier so gering, dass ein vergleichbarer Effekt auf den Körper vermutlich auch nur bei sehr langer Inhalation erreicht würde. Inhalatoren werden meist mit 300 ml/min je Nasenbrille angeboten. Kleinere transportablere Geräte auch mit 120 ml/min, und Geräte für 2 Personen mit 2 mal 300 ml/min (also 600 ml/min) an H2-Gas.
(Aufgepasst: manchmal wird die gesamte Gasmenge von H2 und O2 zusammengenommen angegeben, was natürlich irreführend sein kann.)
Die Erzeugung größerer Gasmengen braucht natürlich auch mehr Strom, weshalb alle Inhalatoren, die ich kenne am Netz betrieben werden müssen, auch die kleinen tragbaren Geräte. Die angegebene Watt-Zahl des Inhalators (also die Energie-Menge, die das Gerät aus der Steckdose zieht) sollte mit der Angabe der Gasmenge korrelieren. Das Angebot eines Gerätes, welches bei gleicher Watt-Zahl viel mehr Gas erzeugen kann, ist also unglaubwürdig. (So kann die vom Hersteller zugesicherte Gasmenge überprüft werden)
Alle Inhalatoren mit der PEM-Technologie können technologisch bedingt einen hohen Druck erzeugen. Aus Sicherheitsgründen wird der Maximaldruck aber ggf. durch einen elektrischen Schalter oder ein Überdruckventil begrenzt. Soll mit dem Inhalator auch H2-Wasser hergestellt werden, funktioniert die hier beschriebene Ventil-Methode oder das drucklose reinmixen von Gasblasen immer, aber um Wasser oder Getränke mit H2-Gas zu "durchsprudeln" sollte das Gerät wenigstens H2-Gas mit 0,2 bar Druck abgeben.
(hier eine Prinzip-Skizze eines typischen Inhalators)
Ein starker Inhalator, der 600 ml/min an H2-Gas liefern kann, wie ich ihn zum Füllen der Ventil-Flaschen oder dem Anreichern von Badewasser verwende, ist direkt aus China (bei Ali Baba) ab ca. 750,- EUR erhältlich, und bei deutschen Händlern ab ca. 2000,- EUR.
Diese Geräte hatte ich bisher in Verwendung:
1) Booster-Flasche mit Gas-Ausgang im Deckel: 2 bis 3,5 ml/min H2
Man kann auch das H2-Gas aus den Booster-Flaschen für unterwegs inhalieren, indem man einen Ersatzdeckel mit einem Anschluss für die Nasenbrille versieht, was nicht schwer ist, weil der Anschluss ja keinerlei Druck standhalten muss. Im Vergleich zu Inhalatoren liefern diese kleinen, Akku-betriebenen Geräte aber eher homöopathische Gasmengen.
2) Inhalator mit einem Gas-Ausgang: 100 ml/min H2
Kleines noch gut transportables Gerät mit Netzteil für 220V zum Inhalieren, in Kombination mit einem kleinen Wasser-Mixer auch zur Herstellung von H2-Wasser in kleinen Mengen mit bis zu 1,6 ppm H2-Gas-Gehalt. Kann keinen nennenswerten Überdruck aufbauen (schaltet so bei 0,02 bar Druck elektrisch ab). Kann auch mit Leitungswasser betrieben werden. Dazu ist im Wasser-Füll-Deckel eine Einsatz-Patrone (vermutlich mit Ionentauscher)
Funktionierte einwandfrei. Zum Inhalieren könnten auch die 100 ml/min an H2-Gas reichen. Wenn es darum geht, kleinere Mengen H2-Wasser zu erzeugen, dann eignen sich H2-Booster-Flaschen dazu deutlich besser. Sollen andere Getränke angereichert werden, hat ein "Sprudelstab" an einem Inhalator betrieben, der auch Druck erzeugen kann, einen vergleichbaren Effekt. Ob auch das zusätzliche Mixen noch einen gesundheitlichen Mehr-Gewinn bringt, ist wohl eher eine esoterische Frage, bzw. Glaubenssache. Durch das Mixen geht aber die Anreicherung mit H2-Gas deutlich schneller als mit Durchsprudeln.
3) Inhalator mit einem Gas-Ausgang: 300 ml/min H2 (mittlerweile auch als 600-ml-Version erhältlich)
Tisch- oder Boden-Gerät, mit Netzanschluss, wie man an dem Gasballon sieht, kann der Inhalator auch Druck erzeugen, sogar so viel, dass sich das Gerät ggf. selbst zerstört, wenn der Gasauslass verschlossen wird. Bis 2 bar Druck ist aber alles noch im grünen Bereich und spätesten dann löst sich auch die Verbindung des aufgesteckten, weißen Kunststoff-Schlauchs.
Das Gerät hat mir 2 Jahre lang gute Dienste geleistet, aber nachdem ich das Gerät fast ein Jahr nicht mehr benutzt hatte und es mit Wasser gefüllt herumgestanden ist, war die Gas-Liefermenge beim Wiederbetrieb nur noch sehr gering. (Siehe hier)
Als Besonderheit kann man für die Abgabe-Menge 3 Stufen wählen 100, 200 und 300 ml/min.
4) 300 ml Inhalator mit zwei Gas-Ausgängen: 300 ml/min H2 und 150 ml/min O2
Gerät in hochwertigem Ganzmetall-Gehäuse, daher auch etwas schwerer. Wirkt innen und außen nach "Industrie-Qualität". Das Gerät ist auch gut für ältere, schwerhörige Menschen geeignet. Jeder Tastendruck wird von einem sehr langen und lauten Pieps begleitet und alle Anzeigen leuchten hell und groß. Das Gerät erzeugt nur einen minimalen Druck von 0,02 bar, was auch als eine Sicherheitsfunktion gesehen werden kann, weil nichts passieren kann, wenn der Schlauch zugehalten wird (oder man ihn sich in ein Ohr steckt ;-).
Um Ventil-Flaschen drucklos mit Gas zu füllen, reicht auch schon der sehr geringe Druck, den das Gerät liefert, aber zum Herstellen von H2-Badewasser reicht der Druck nicht aus, weil schon kein Gas mehr aus dem Schlauch kommt, wenn dieser 20 cm unter Wasser getaucht wird.
Mit dieser kleinen und einfachen Modifikation im Gerät erhöht sich der Druck der H2-Gas-Ausgabe deutlich auf ca. 0,8 bar (also bis 8 m Wassertiefe), was jetzt auch für das H2-Badewasser reicht.
5) 600 ml Inhalator mit drei Gas-Ausgängen: 300 ml/min H2 / 300 ml/min H2 / 300 ml/min O2
Sehr großes Gerät, macht, was es soll, produziert etwas mehr Gas als nach Herstellerangabe und ist in der Lage auch Druck zu liefern. Ich verwende das Gerät zum Inhalieren mit 600 ml/min H2-Gas beim Arbeiten am PC, um die Ventilflaschen drucklos mit H2-Gas zu füllen, und um meine Durchflussgeräte von Zeit zu Zeit neu komplett mit H2-Gas zu laden. Beim Laden der Durchflussgeräte nutze ich die Druckentwicklung bis zu 2 bar.
Bei ca. 2 bar lösen sich die aufgesteckten weichen Gummischläuche vom Inhalator, was ich als "Überdruckventil" nutze. Sicher sind noch höhere Drücke möglich, aber mir reicht das völlig und ich will das Gerät nicht strapazieren.
Zum Laden der Flaschen mit H2-Gas verbinde ich beide H2-Gas-Ausgänge, sodass das Füllen der Flaschen nur 2 Minuten dauert. Dazu habe ich mir diese "Wandhalterung" zum Füllen der Flaschen aus einem Stück Alu-Rohr gebogen, und verwende eine kleine Sanduhr als Timer. So geht das ganz nebenbei beim Arbeiten am PC, bis wieder eine Kiste mit Flaschen geladen ist.
Was mir an dem Gerät besonders gefällt ist, dass die beiden H2-Gas-Ausgänge echt getrennt sind und jeder Ausgang genau die Hälfte liefert und einen eigenen Druck aufbaut. Wie bei dem schwarzen Inhalator unter 4) werden die verbleibenden der eingestellten Minuten in der Anzeige rückwärts gezählt. Das ist praktisch für das Flaschen-Füllen. Leider läuft der Inhalator immer mit maximaler Leistung und die H2-Leistung ist nicht in Stufen einstellbar. Will man nur 300 ml/min verwenden, so kann man zwar nur einen Schlauch anschließen, aber der Stromverbrauch ist dabei genauso hoch und der zweite Ausgang bläst dann H2-Gas ins Leere.
Das Gerät läuft bei mir seit vielen Jahren ohne Beanstandungen und ist so mein persönlicher Favorit geworden. Drum habe ich auch noch eine Anzeige eingebaut, welche den Strom durch die PEM-Zelle anzeigt, der immer mit der aktuell erzeugten H2-Gas-Menge korreliert. (Hier ist die Bauanleitung dazu.)
6) 667 ml Inhalator mit zwei Ausgängen für H2 (667 ml/min) und O2 (333 ml/min)
Das ist das Nachfolger-Modell zu 3) mit mehr als verdoppelter H2-Gasleistung und zusätzlichen Ausgang für Sauerstoff. Also nicht nur das Gleiche in grün Das Gerät entspricht jetzt in seiner Leistung etwa meinem Lieblingsgerät unter 5), hat aber keine zwei getrennte H2-Ausgänge und keinen Count-Down-Timer. Dafür ist es kleiner und leichter. gut finde ich auch, dass sich der H2-Gas-Fluss in drei Stufen einstellen lässt: 200 ml/min, 400 ml/min und 667 ml/min.
Als neue "Sicherheits-Features" ist vor dem H2-Gas-Ausgang ein kleiner Filter verbaut, der wohl verhindern soll, dass der Gasdruck "zu hoch" wird. So strömt immer auch etwas H2-Gas ins Innere des Gerätes ab, je höher der Druck, um so mehr. Und um einen Unterdruck in den angeschlossenen Luftbefeuchtern (den beiden Wasserfallen) zu verhindern ist vor beiden Gasaugängen noch ein Unterdruckventil (Rückschlagventil) verbaut. Verwendet man das Gerät wirklich nur zum Inhalieren, mag das sinnvoll sein. Mich stört das jedoch, weil ein Überdruck am H2-Ausgang beim Befüllen meiner Eigenbau-H2-Wasser-Geräte von großem Vorteil ist.
Deshalb habe ich bei meinem Gerät diese "Features" ausgebaut, so wie hier beschrieben.
7) 2000 ml Inhalator mit zwei Ausgängen für H2 (2000 ml/min) und O2 (1000 ml/min)
Dieser Inhalator hat schon eine extrem hohe H2-Leistung und ich halte es für fraglich, ob so viel mehr an H2-Gas beim Inhalieren gesundheitlich auch wirklich mehr bewirken kann. Studien dazu sind mir nicht bekannt. Hilfreich bei Atemnot durch Atemwegserkrankungen kann dabei aber vermutlich die ebenfalls recht große Menge an Sauerstoff sein, welchen das Gerät ja auch mit liefert. Das Gerät ist vermutlich eher für die ärztliche Anwendung konzipiert, wenn 2 H2 + O2 (also "Knallgas") in einer kontrollierten Umgebung verabreicht werden soll. So wurde bei schweren Fällen von Covid in China mit angeblich gutem Erfolg verfahren ... Das H2 hemmt dämpft wohl die Enzundung in der Lunge und das O2 erleichtert die Atmung.
Das Gerät funktioniert wie 5) und das Anzeige-Touchpad läßt auch auf den selben Hersteller schließen. Aber anders als das Gerät 5) läßt es sich auf halbe Leistung schalten, als 1000 ml/min an H2-Gas und 500 ml/min an O2-Gas.
In diesem Video habe ich versucht die beeindruckende Leistung anschaulich zu machen.