Anreichern von Wasser mit Wasserstoff in der Praxis

Sinn, Grundlagen, Testen käuflicher H2-Geräte  -  alternative Bauanleitungen für günstigere Alternativen

Der Turbulenz-Gasmischer mit Wirbeldüsen

Mit dieser zusätzlichen Misch-Stufe direkt nach der Druck-Mix-Pumpe ist mir ein großer Schritt zu einer höheren Effektivität der H₂‑Anreicherung von Badewasser gelungen. Später habe ich dann auch noch Gasmischer mit simplen Lochdüsen und Turbulenz-Gasmischer mit Gegenströmung verwendet und hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile untersucht.

Vorausgegangen ist der Idee eines solchen Gasmischers die Beobachtung, dass die kleinen Wirbeldüsen in dem zunächst verwendeten Duschkopf "Magic7" im Zufluss mit fließenden kleinen H₂‑Gasbläschen unter Wasser wunderbar fein zerstäuben, bis dahin, dass das austretende Wasser komplett milchig wird. Das kann alleine durch das Einmixen von H₂‑Gas in der starken Impeller-Pumpe nicht erreicht werden.

Für sich genommen ist dieses milchige Wasser ja kein gutes Zeichen, weil dieser oft fälschlich als "Nanobläschen" bezeichnete Nebel bedeutet, dass gerade bereits gelöstes H₂‑Gas gerade wieder aus dem Wasser ausgetrieben wird! Durch Zufall stellte ich jedoch fest, dass der H2-Gehalt im Wasser geradezu sprunghaft steigt, wenn dieses milchige Wasser erneut in der Druck-Mix-Pumpe komprimiert und dieses Mal nicht mehr unter Wasser zerstäubt wird. So habe ich mir zunächst eine Remix-Ansaugung einfallen lassen:

Die Idee der Remix-Ansaugung

Hierzu habe ich direkt an der Ansaugstelle mit einer Magic7-Wirbeldusche unter Wasser milchiges Wasser erzeugt, welches dann gemischt mit klarem Wasser von der Pumpe angesaugt wurde. Ein Teil des von der Druck-Mix-Pumpe erzeugten Druckwassers wird also vor die Ansaugung der Pumpe gespritzt und fließt so ein zweites Mal durch die Pumpe. Damit auch wirklich alles Nebel-Wasser aus dem Duschkopf wieder angesaugt wird.

 badewasser mixansaug 1  badewasser mixansaug 2  badewasser mixansaug 3

Bilder 1 bis 3: An einer Magic7-Dusche den Handgriff durch einen Schlauchanschluss ersetzt (Schlauchtülle mit 2K-Klebstoff vergossen)

badewasser mixansaug 4    badewasser mixansaug 5

Bilder 4 und 5: Modifizierter Duschkopf um den Ansaugfilter montiert, der die Sprührichtung zum Ansaugkorb zeigt (fertige Remix-Ansaugung)

Diese Art der Ansaugung bewirkte schon eine merkliche Steigerung des H₂‑Gehalts im Wasser, besonders nachdem ich sie unter Wasser in einen Blumenübertopf platziert hatte (mit dem Saugkorb voraus, nach unten zeigend), denn so wurde auch wirklich alles "Nebel-Wasser" wieder angesaugt. (Hier ist ein Video davon, wie das dann im Betrieb aussieht)

 

Der Turbulenz-Gasmischer

Der folgerichtig nächste Entwicklungsschritt war dann natürlich, diesen positiven Effekt des Zerstäubens größerer Bläschen nicht nur teilweise auf der Saugseite zu nutzen, sondern vollständig auf der Druckseite der Druck-Mix-Pumpe, also mit dem gesamten H₂‑Gas und noch dazu unter dem maximalen Wasserdruck, direkt nach der Pumpe. Weil der Duschkopf aber nicht in den bereits vorhandenen Druckbehälter passte, habe ich die kleinen Wirbeldüsen aus zwei Magic7‑Duschen ausgebaut und in PVC-Rohr-Endkappen eingebaut. Ein Stab aus 6 PVC‑Kreuz-Fittings passt gerade in den verwendeten Druckbehälter und mit den modifizierten Endkappen wird das Gebilde zu einem stabförmigen "Duschkopf" mit bis zu 15 Wirbeldüsen, durch die dann das Druckwasser mit den H2-Bläschen aus der Druckpumpe in das Druckwasser im Turbulenz-Gasmischer eingespritzt werden kann.

Wie sich in Versuchen herausstellte, sind 11 Wirbeldüsen die ideale Anzahl für die Pumpe PKm70 und 7 Wirbeldüsen für die Pumpe PKm65, um den Druck in der Pumpe (dem Mixer) möglichst hoch zu treiben. Je höher dieser Druck, umso höher ist der erreichbare H₂‑Gehalt im Wasser. Ist dieser Druck aber zu hoch, fördert die Pumpe zu wenig oder kein Wasser mehr. Gleiches gilt, wenn zu viel H₂‑Gas in die Pumpe eingeleitet wird.

Wird Wasser angesaugt, das noch kein H₂‑Gas enthält, dann sind 600 ml/min ideal für die Pumpe PKm 70 und 11 Düsen im Turbulenz-Gasmischer. An der Druck-Mix-Pumpe liegt dann ein Druck von 5,6 bar an (bzw. 6,0 bar ohne H2-Gas im Wasser), wenn als Ausströmer ein 20 m langer Schlauch mit Durchmesser 10 mm gewählt wird. Am Anfang des Schlauchs liegen dann noch 4,2 bar an und kaltes Wasser wird so bei einem Durchfluss von 14,3 Litern je Minute mit 2,4 ppm aufgeladen!

Nach einer Weile wird jedoch Wasser angesaugt, das bereits H₂‑Gas enthält, und es sammelt sich daher der Überschuss an H₂‑Gas oben im Reaktor an, der von dem Automatik-Entlüfter abgeblasen wird, und es kann die Zuführung von H₂‑Gas von 600 ml/min auf 300 ml/min ohne nachteilige Wirkung reduziert werden.
Als Maximalwert wird in kaltem Wasser in der Badewanne 3,1 ppm erreicht, egal ob 600 ml/min oder 300 ml/min H₂‑Gas eingespeist werden. Mit den 600 ml/min zu Beginn oder dauerhaft wird der Maximalwert dann nur schneller erreicht.

Wichtig dabei ist, dass die Gase, die sich dann oben in dem Turbulenz-Gasmischer ansammeln, durch einen selbstständigen Entlüfter, wie er etwa im Heizungsbau Verwendung findet, kontinuierlich entfernt werden und nicht in den anschließenden Schlauch oder Ausströmer gelangen.

Bauweise

Die Anzahl der verbauten Wirbeldüsen bestimmt im Wesentlichen den Druck beim Einmixen von H₂‑Gas in der Druck-Mix-Pumpe. Der Automatik-Entlüfter sorgt dafür, dass möglichst wenig verbliebene H₂‑Bläschen sich zu großen Blasen ansammeln können. Enthält das angesaugte Wasser bereits H2-Gas, so steigt entsprechend der Überschuss, der sich nicht mehr löst und über den Automatik-Entlüfter abgeblasen wird. (Nicht jeder Entlüfter für Heizungswasser ist auch für den höheren Druck im Turbulenz-Gasmischer von 4 bis 6 bar geeignet.)

Der erste Versuch mit der stärkeren Pumpe PKm70, einem 13-Düsen-Turbulenz-Gasmischer und einem 50 m langen Schlauch mit ∅ 10 mm war bereits sehr erfolgreich!

 Badewasser Raktor 12 mit Schlauch

Bild 6: Vorversuche mit einem 13-Düsen-Turbulenz-Gasmischer und 50 m Schlauch

Ergebnis der Vorversuche:
Der Druck im Turbulenz-Gasmischer sollte ca. 1,5 bar niedriger sein als der Pumpendruck, damit eine feine Zerstäubung des H₂‑Gases im Turbulenz-Gasmischer erfolgt. Dieser gegenüber der Druck-Mix-Pumpe niedrigere Druck bestimmt dann, wie viel H₂‑Gas sich maximal im Wasser lösen kann.

Um das Verfahren mit dem Wirbeldüsen-Turbulenz-Gasmischer noch zu optimieren, habe ich zunächst ermittelt, welchen Druckwiderstand und Wasserdurchlass eine einzelne Wirbeldüse bei unterschiedlichen Drücken hat.

 badewasser 1 Wirbelduese 1 badewasser 1 Wirbelduese 2

Bilder 7 und 8: Eine Wirbeldüse aus Titan in einer 1/2"-PVC-Einschraubkappe montiert und über 2 Adapter mit einem "Gardena"-Anschluss versehen als Ausstömer

 Wirbelduese KeramikDurchfluss 1 Wirbelduese

Bild 9: Eine einzelne ausgebaute Wirbeldüse aus Keramik (links) und das gemessene Druck-Durchfluss-Diagramm (rechts)

 Dann habe ich in weiteren Diagrammen die aus Einzeldüsen addierte Kurve für mehrere Wirbeldüsen jeweils der Pumpenkennlinie gegenübergestellt und für 11 Düsen ergab sich die wirkungsvollste Kombination für den avisierten Durchfluss von ca. 15 l/min.

Durchfluss 11 Wirbelduesen pkm70

Bild 10: Durchfluss-Diagramm für 11 Wirbeldüsen mit der Kennlinie der verwendeten Umwälzpumpe PKm 70

Zur Vervollständigung des Systems wird also jetzt noch ein Ausströmer gesucht, durch den bei 4 bar Druck ca. 15 l/min an Wasser fließen, ohne dass H₂‑Gas wieder als milchige Bläschen im Badewasser ausfällt (dazu habe ich z.B. einen simplen Schlauch als passenden Ausströmer dimensioniert).

 

 Badewasser Raktor 12 Duesen badewasser 11 Duesen Reaktor 2

Bilder 11 und 12: Einleitung in den Druckbehälter mit 11 installierten Wirbeldüsen aus 1/2" eingekürzten Kunststoff-Fittings zusammengeschraubt

 badewasser 11 Duesen Reaktor 1  badewasser 11 Duesen Reaktor 1b  badewasser 11 Duesen Reaktor 4

Bilder 13 und 14: Geschlossener Turbulenz-Gasmischer, mit einem Automatik-Entlüfter zur Ableitung von überschüssigem H₂‑Gas oben, und einem Manometer unten
Bild 15: Fertiger Turbulenz-Gasmischer, eingebaut in die große Bademaschine mit der Pumpe PKm70

Der fertige Turbulenz-Gasmischer wird dann direkt nach der Pumpe und vor dem Ausströmer (dem Schlauch oder dem Zapfhahn) in die Druckleitung eingebaut und von unten nach oben durchströmt.

In dieser Kombination mit der Pumpe PKm70, dem 11-Wirbeldüsen-Reaktor und einem 20 m langen Schlauch (∅ 10 mm) als Ausströmer wird das Badewasser mit einem Wasserstoffgehalt von bis zu 3,1 ppm aufgeladen!

 

Alternative für die kleinere Pumpe PKSm65

Diese Bauweise lässt sich mit einer kleineren Druck-Mix-Pumpe auch herunterskalieren. Bei gleichem erreichbarem H₂‑Gehalt im Wasser, dauert dann die Anreicherung nur etwas länger. Bei geringerem Durchfluss reichen auch weniger Wirbeldüsen im Turbulenz-Gasmischer aus und der Bau kann einfacher mit unveränderten 1/2"-Fittings aus Edelstahl erfolgen.

badewasser 6 Duesen Reaktor 1

Bild 16: Als Beispiel für eine alternative Bauform hier die Bauteile für einen 6-Düsen-Turbulenz-Gasmischer aus Edelstahl, lose zusammengeschraubt vor dem Einbau.