Anreichern von Wasser mit Wasserstoff in der Praxis

Sinn, Grundlagen, Testen käuflicher H2-Geräte  -  alternative Bauanleitungen für günstigere Alternativen

Ein Trichter zur sanfteren Dekompression beim Ausströmen

Um übersättigtes H2-Wasser mit mehr als 1,5 ppm H2-Gas im Wasser zu erhalten, müssen das H2-Gas und das Wasser gemeinsam einem Überdruck ausgesetzt werden. Je höher dieser Druck ist, um so mehr H2-Gas kann sich Wasser lösen. Hat sich das Gas dann "übersättigt" im Wasser gelöst, bewirkt ein schneller Druckabfall, dass ein großer Teil des gelösten Gases dem Wasser sofort wieder in Form feinster Gasbläschen entweicht. Das ist vergleichbar mit Sekt, der sich mit CO2-Gas übersättigt in der Glas-Druckflasche befindet. Lässt man den Korken knallen, dann schäumt der Sekt aus der Flasche, löst man den Korken langsam und gleichmäßig aus der Flasche, so sinkt der Innendruck im Sekt auch langsamer auf den Außendruck ab, und mehr Gas bleibt im Sekt gelöst. Gleiches gilt auch für die Kohlensäure (CO2-Gas) im Bierfass, weshalb hier ein spezieller Zapfhahn für eine sanftere Dekompression verwendet wird, damit das Bier beim Zapfen weniger schäumt und nicht direkt abgestanden schmeckt.

So ein Zapfhahn funktioniert in etwa so, dass im Hahn der Fließquerschnitt über eine recht kurze Strecke aufgeweitet wird, wodurch sich auf dieser Strecke der Druck und die Fließgeschwindigkeit verringert. Im Zapfhahn befindet dafür auch noch ein verstellbarer Kegel, der die Ausflussmenge so weit drosseln kann, dass der Druckabfall über diese kurze Aufweitung gerade noch nicht zu starkem Schäumen führt (weniger Durchfluss bei höherem Druck im Bierfass).

Eine billige Alternative zu so einem Zapfhahn ist einfach einen möglichst spitzen Trichter als Ausströmer zu verwenden. In so einem Trichter weitet sich der Fließquerschnitt kontinuierlich auf, wodurch sich der Wasserdruck ebenfalls kontinuierlich abbaut und sich die Fließgeschwindigkeit verringert. Das Wasser spritzt dann nicht mehr aus dem Rohr- oder Schlauch-Ende in das stehende Wasser, sondern "plätschert sanft" aus dem Trichter.

Ein Trichter am Ende ist immer dann sinnvoll, wenn das H2-Wasser milchig, oder mit einem Bläschen-Nebel austritt, tritt das Wasser klar aus, so hat ein Trichter am Ende kaum oder keinen Effekt.

Hier sind solche Beispiele für Trichter, mit denen ich experimentiert habe:
Badewasser Langer Trichter Badewasser Zapfhahn Trichter 01

 Bild 1: Langer Öl-Einfülltrichter an 20-m-Schlauch ∅ 12 mm und am No-Name-Zapfhahn

50m Schauch Auslass Trichter

 Bild 2: Kleiner Öl-Einfülltrichter am 50-m-Schlauch ∅ 10 mm

50m Schauch Auslass Carbon Rohr

 Bild 3: Carbon-Rohr für den Modellbau am 50-m-Schlauch ∅ 10 mm (97 cm langer Trichter, Aufweitung innen von 10 mm auf 24 mm)

Das lange dünne Carbonrohr aus Bild 3 erwies sich als sehr effektiv und in der Durchflussmenge ohne Bläschen-Nebel dem Zapfhahn überlegen.