Knallgas oder Brown's-Gas im Badewasser
Wird Gleichstrom durch salzhaltiges Wasser geleitet, so spaltet sich die Wassermoleküle in ihre Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff auf und tritt gasförmig als Bläschen aus dem Wasser aus.
Die austretende Gasmischung wird Knallgas genannt, weil dieses Gas, wenn es sich entzündet so heftig und schnell wieder zu Wasser verbrennt, das die Implosion des Mischgases zu Wassertröpfchen einen sehr lauten Knall verursacht.
Elektrolyse: 2 H2O -> 2 H2 + O2 Knall beim Zünden: 2 H2 + O2 -> 2 H2O
Die Reaktion ist nur dann so heftig, wenn das Mischungsverhältnis von H2 und O2 genau 2:1 beträgt, ansonsten brennt das Gas oder ist gar nicht erst entzündlich, wenn der Sauerstoff nur wenig Wasserstoff enthält.
Da sich Knallgas wesentlich leichter erzeugen lässt als reines H2-Gas, werden auch Geräte beworben, die zur Anreicherung von Wasser mit H2-Gas Knallgas ins Wasser sprudeln lassen. Das ist oft bei billigen Booster-Flaschen der Fall oder mit Knallgas wird versucht Badewasser mit H2-Gas anzureichern. Das zusätzliche O2-Gas stört oder hemmt jedoch die effektive Anreicherung des Wassers mit H2-Gas, wie das folgende Versuchsdiagramm belegt.

Die durchgezogene Kurve ist die Referenzmessung, wenn die Anreicherung des Badewassers nur mit reinem H2-Gas erfolgt. Die gestrichelte Kurve gibt den Versuch wider, bei dem bei sonst gleichen Bedingungen die ersten 20 Minuten Knallgas in das Badewasser eingebracht wurde, und dann auf reines H2-Gas wie bei der Referenzmessung umgestellt wurde.
Man erkennt, das mit Knallgas gar keine Anreicherung mit H2-Gas erfolgte und anschließend auch das reine H2-Gas durch den hohen O2-Gehalt im Wasser schlechter vom Wasser aufgenommen wurde. Die Anreicherung dauerte dann länger und der erreichte Maximal-Wert der H2-Sättigung des Wassers war geringer.
Der Einsatz von Knallgas ist demnach zur Anreicherung von Badewasser mit H2-Gas ungeeignet.