Der lineare Dekompressionsspeicher
Das ist eine sperrige Bezeichnung für ein sehr simples Bauteil, die mir für das eingereichte Patent eingefallen ist, aber sie beschreibt genau die Funktion. Nach der Druck-Mix-Pumpe und dem optionalen Turbulenz-Gasmischer steht das übersättigte H₂-Badewasser unter einem Druck von 3–8 bar und wenn dieser Druck zu schnell wieder absinkt, dann sprudelt auch das bereits gelöste H₂‑Gas sofort wieder aus dem Wasser. Das ist vergleichbar mit einer Sprudelflasche, die vor dem schnellen Öffnen etwas geschüttelt wurde: Es zischt und das meiste CO₂ entweicht sofort aus dem Sprudel.
Der Druck sollte nach der Pumpe also möglichst langsam und kontinuierlich reduziert werden bis auf einen Wert, bei dem das Wasser beim Austritt aus dem Ausströmer unter Wasser in der Badewanne auch das bereits übersättigte H₂‑Wasser in der Badewanne nicht mehr stört. Das ist so bei ca. 1 bar Überdruck am Ende des Ausströmers der Fall. Auch ist es wünschenswert, dass das eingemixte H₂‑Gas etwas mehr Zeit bekommt, sich unter Druck im Wasser zu lösen. Beide Anforderungen werden von einer langen Leitung mit konstantem Fließquerschnitt ideal erfüllt.
Zusätzlich hat es sich als vorteilhaft erwiesen, diese lange Leitung in einer engen Wendel zu führen, etwa in Form eines druckfesten Spiralschlauchs, wie er für Pressluft-Anwendungen verkauft wird. Diese enge Kreisbogenführung der Wasserströmung bewirkt durch die auftretende Fliehkraft, dass ggf. noch in dem Wasser verbliebene Gasbläschen an die Innenseite der Wendel hin separiert werden und sich dort zu größeren Blasen vereinen und so dem übersättigten Wasser im Schlauch und in der Badewanne weniger H₂‑Gas wieder entreißen.
In meinen Versuchen haben sich spiralförmige Pressluftschläuche als eine kostengünstige und gut geeignete Lösung erwiesen. Es gibt sie in unterschiedlichen Längen und Durchmessern, sodass immer eine ideale Kombination von Länge und Durchmesser gefunden werden kann, die so dünn ist, dass der Durchmesser die Druck-Mix-Pumpe an ihre Leistungsgrenze zwingt (damit sie möglichst effektiv mixt), und die so lang ist, dass sich das H₂‑Gas möglichst vollständig löst und am Ende des Spiralschlauchs kein zu großer Überdruck gegenüber dem Wasser in der Wanne mehr herrscht.
Hier einige Beispiele für so einen linearen Dekompressionsspeicher:
Bild 1: Gardena-Gartenschlauch 20 m, ⌀ 22 mm im Schlauchaufroller als linearer Dekompressionsspeicher und Ausströmer in einem (Bademixer V1.6, Variante 2, mit externer Heizung)
Bild 2: Gewebe-verstärkter Schlauch, 50 m, Ø 10 mm, unter Wasser in der Wanne (dadurch weniger Wärmeverlust beim Umpumpen)


Bild 3: Ein Pressluftspiralschlauch (15 m, Ø 8 mm) als linearer Dekompressionsspeicher umgibt die Ansaugleitung.
Bild 4: … angeschlossen am Komplett-Gerät V3,2 (PKSm65, 6 Wirbeldüsen-Gasmischer, Intalator 1000 ml/min H₂-Gas)

Bild 5: Ein Pressluftspiralschlauch (2 × 15 m, ⌀ 10 mm) je 15 m innerhalb und außerhalb eines PE‑Abwasserrohrs als linearer Dekompressionsspeicher
Bild 6: … im Betrieb am Komplett-Gerät V3.4 (PKSm65 + PV90, 90-Lochdüsen-Gasmischer, Intalator 2000 ml/min H₂-Gas)

Bild 7: linearer Dekompressionsspeicher wie in Bild 5 mit Gegenstrom-Gasmischer nach dem Prinzip des Tesla-Ventils,
jetzt eingebaut in ein 150‑mm-Lüftungsrohr und innen mit PU‑Bauschaum wärmeisoliert.

Bild 8: linearer Dekompressionsspeicher wie in Bild 5, aber aus zwei Spiralschläuchen (15 m, Ø 10 mm und 15 m, Ø 9 mm)
Ansaugschlauch-Varianten für die Badewasser-Druck-Mixpumpen
Im Laufe der Entwicklung habe ich festgestellt, dass auch die Dimensionierung des Ansaugschlauches einen Einfluss auf den erreichbaren Wasserstoffgehalt im Badewasser hat.
Wenn Badewasser aus der Badewanne angesaugt werden soll, in dem noch kein H₂‑Gas gelöst ist, oder wenn direkt Druckwasser aus dem Wasserhahn zugeführt werden soll, ist der Durchmesser des Saugschlauches unkritisch. Wird jedoch Badewasser mehrfach umgepumpt, so bewirkt ein Unterdruck in der Saugleitung, dass bereits gelöstes H₂‑Gas als Gasbläschen aus dem Wasser gerissen wird und erneut eingemixt werden muss. Das sollte besonders dann vermieden werden, wenn der verwendete Inhalator relativ wenig H₂‑Gas liefert. Daher empfehle ich, am besten gleich einen Saugschlauch mit einem Zoll (ca. 25 mm) Durchmesser zu verwenden, auch wenn der zunächst sehr dick erscheint.
Hier meine beste Allround-Lösung
Die hier vorgestellte Variante hat sich bestens bewährt und kann sowohl mit Ansaugfilter in der Badewanne, als auch angeschlossen am Wasserhahn betrieben werden. Zum Füllen der Wanne schließe ich ihn an den Duschanschluss der Wannenbatterie an und lass das Wasser bereits durch die Pumpe laufen und H2-Gas beim Füllen einmixen. Dabei saugt die Pumpe sogar noch Wasser aus meinen etwas verkalkten Hauswasserleitungen, wodurch das Füllen der Badewanne deutlich schneller geht und das Badewasser bereits direkt nach dem Füllen einen H2-Gehalt von 1,6 bis 2,3 ppm hat. Ist die Wanne dann ausreichend gefüllt, wird der Schlauchteil zum Wasserhahn abgekoppelt und das Badewasser kann ohne großen Umbau umgepumpt, und so der H₂‑Gehalt je nach Konstellation auf 3 bis 4 ppm gesteigert werden.
Dazu besteht der Ansaugschlauch aus folgenden Elementen:
- ca. 1,5 m Saugschlauch 25 mm verstärkt gegen Unterdruck (grün in den Bildern)
- Überdruckfeste HTC-Kupplung zur Verbindung mit der Pumpe (mit zusätzlicher Klemmschraube an der Kupplung)
- Flanschverbindung zum Ansaugfilter erleichtert das Abschrauben des Druckschlauchs zum Wasserhahn
- Feinfilter am Ende der Saugleitung, damit die feinen Wirbeldüsen im Reaktor nicht verstopfen (in der Plexiglasglocke)
- Grobfilter zum Schutz der Pumpe, falls kein Feinfilter erforderlich ist (am blauen Deckel montiert)
- ca. 1 m Druckschlauch zum Wasserhahn (hier steifer gelber Schlauch mit ∅ 19 mm, weil auch Wasser gesaugt wird)
- Schnellkupplung an den Wasserhahn (hier auch saugdicht gewählt, daher keine Gardena-Kupplung)
Zum Trennen der Leitung zum Wasserhahn kann die Flanschverbindung leicht gelockert werden, dann lässt sich der Wasseranschluss abschrauben ohne die Schläuche drehen zu müssen. Die Metallverschraubung am Feinfilter ist so schwer, dass die Ansaugstelle auch ohne Saugnapf am Boden der Badewanne bleibt.
Und so sieht das Ganze dann aus:

Bild 1: fertiger Schlauch mit aufgeschraubtem Grobfilter zum Ansaugen in der Wanne
Bild 2: Grobfilter abgeschraubt zum Anschrauben des gelben Druckschlauchs zum Wasserhahn

Bilder 3 und 4: Unterdruckdichte Schnellverbindung am Duschanschluss des Wasserhahns. Umschalter auf "Duschen" mit Kabelbinder fixiert.
Herstellungsdetails:

Bilder 5 und 6: Die drei Streben am Gewinde des transparenten Filterbechers stellen eine hinderliche Querschnittsverengung dar und sollten besser entfernt werden.

Bilder 7 und 8: Ein Schraubflansch mit Dichtung am Saugschlauch erleichtert später das Abschrauben des Druckschlauchs unter Wasser

Bild 9: Fertige Verbindungen
Einfachere Variante nur zum Umpumpen des Badewassers
Soll das Wasser immer nur umgepumpt und die Pumpe nicht auch mit Druckwasser aus der Wasserleitung betrieben werden, können die Anschlüsse viel einfacher ausgeführt werden.

Bilder 10 und 11: Der Feinfilter mit aufgeschraubtem Grobfilter kann mit dem Gewinde direkt in den Saugschlauch gesteckt und angeklemmt werden. Undichtigkeiten spielen hier keine Rolle, da die Verbindung unter Wasser liegt.
Wenn kein Reaktor mit den Sprühdüsen verwendet wird, dann kann auch ganz auf den Feinfilter verzichtet werden:

Bilder 12 und 13: Grobfilter direkt an einen Panzerschlauch geschraubt. Damit die Wanne nicht verkratzt, ist am Ende ein Stück Fahrradschlauch, und an der Gewindeverbindung eine Siphondichtung aufgesteckt. (Für die Pumpen PKm65 und PKSm65 genügt der geringere Durchmesser von 19 statt 25 mm)
Vorfilter direkt am Pumpeneingang
Diese Variante hat eine größere Filterfläche und bewirkt so einen geringeren Unterdruck beim Ansaugen. Durch den Unterdruck im bereits angereicherten H₂‑Wasser kann wieder H₂‑Gas als Bläschen aus dem Wasser getrieben werden. Je größer der Unterdruck, umso mehr H₂‑Gas fällt aus. Es ist vorteilhaft, wenn dies möglichst nah an der Pumpe geschieht, weil die H2-Bläschen dann sofort wieder "eingemixt" werden und nicht über einen längeren Fließweg weiteres H2-Gas aus dem Wasser ziehen können.

Der hier verwendete Vorfilter von der Firma Einhell ist leider nicht überdruckfest und lässt Wasser austreten, wenn der Einlass-Schlauch an der Druckwasser-Leitung angeschlossen wird.
Für den Manometer-Anschluss habe ich ein Gewinde in den schwarzen Kunststoff-Körper geschnitten und das Manometer mit einer Kontermutter innen eingebaut.
Am Manometer kann der Unterdruck abgelesen werden, der erforderlich ist, wenn die Druck-Mixpumpe an eine Druckwasser-Leitung angeschlossen werden soll. Dann sollte am Wasserhahn der Druckzuleitung die durchfließende Wassermenge so eingestellt werden, dass am Manometer ein Druck zwischen − 0,5 und + 1 bar angezeigt wird. Kann der verwendete Inhalator das H2-Gas nicht mit Überdruck abgeben, muss der Wasserdruck während des Betriebs der Pumpe auf −0,5 bis 0 bar eingeregelt werden. Ist der verwendete Inhalator auch nicht unterdruckfest, dann sollte der Druck auf 0 bar eingeregelt werden, damit keine störende Fremdluft angesaugt und mit in das Badewasser eingemixt wird.
Ein steigender Unterdruck beim Umpumpen weist darauf hin, dass sich der Vorfilter zusetzt. Der Unterdruck sollte möglichst im Bereich von 0 bis −0,3 bar bleiben.
Ein Schlauch zur sanften Dekompression über einen langen Fließweg
Um übersättigtes H₂‑Wasser mit mehr als 1,5 ppm H₂‑Gas im Wasser zu erhalten, müssen das H₂‑Gas und das Wasser gemeinsam einem Überdruck ausgesetzt werden. Je höher dieser Druck ist, umso mehr H₂‑Gas kann sich im Wasser lösen. Hat sich das Gas dann "übersättigt" im Wasser gelöst, bewirkt ein schneller Druckabfall, dass ein großer Teil des gelösten Gases dem Wasser sofort wieder in Form feinster Gasbläschen entweicht. Das ist vergleichbar mit Sekt, der sich mit CO₂‑Gas übersättigt in der Glas-Druckflasche befindet. Lässt man den Korken knallen, dann schäumt der Sekt aus der Flasche. Löst man den Korken langsam und gleichmäßig aus der Flasche, so sinkt der Innendruck im Sekt auch langsamer auf den Außendruck ab, und mehr Gas bleibt im Sekt gelöst. Gleiches gilt auch für die Kohlensäure (CO₂‑Gas) im Bierfass, weshalb hier ein spezieller Zapfhahn für eine sanftere Dekompression verwendet wird, damit das Bier beim Zapfen weniger schäumt und nicht direkt abgestanden schmeckt.
Die wirkungsvollste und günstigste Möglichkeit, zu verhindern, dass unter Überdruck gelöstes H₂‑Gas dem Wasser wieder entweicht, ist, es durch einen langen dünnen Schlauch fließen zu lassen. Die hydraulische "Reibung" der Wasserströmung an der Schlauchwand bewirkt einen sehr sanften, linearen Druckabfall und ist anderen Dekompressionsmethoden wie den Zapfhähnen oder einer trichterförmigen Aufweitung des Fließweges immer überlegen, weil das Schlauchvolumen zugleich als Druckspeicher dient, in dem das H₂‑Gas über die Fließdauer Zeit bekommt, sich vollständiger im Wasser zu lösen.
Der einzige Nachteil der Schlauchlösung ist seine Größe, denn 20‑ oder 50‑m-Schläuche sind einfach voluminös.

Bild 1: 50 m langer Druckschlauch ∅ 10 mm, so aufgerollt wie geliefert in das Badewasser als Ausströmer gelegt, lässt das Badewasser im Schlauch nicht abkühlen (für 49 EUR im Internet bestellt)
Bild 2: 20 m langer Gartenschlauch ∅ 12 mm mit automatischem Schlauchaufroller (für 35 EUR im Sonderangebot bei ALDI)
So ein Schlauch lässt sich auch genau für die verwendete Umwälzpumpe für das Badewasser dimensionieren, also die erforderliche Schlauchlänge lässt sich einfach über Programme berechnen, die online zur Verfügung stehen. (Diese Seite kann ich dazu besonders empfehlen.)
Für den 50-m-Schlauch aus Bild 1 habe ich das Berechnungsformular mal überprüft, indem ich den Druck an den zwei Pumpen gemessen habe (einmal 5,9 bar und dann 4,2 bar) und gestoppt habe, wie lange es jeweils braucht, mit dem Schlauch einen 10-Liter-Eimer mit Badewasser zu füllen (umgerechnet in Liter je Minute sind einmal 14,6 Liter und dann 11,8 Liter in den Eimer geflossen). Die Raueigkeit k für einen Kunststoffschlauch findet man im Internet mit 0,01 angegeben.
Hier ist das, was die oben empfohlene Internetseite dann "ausspuckt":

Als Ergebnis in der ersten Zeile liefert die Berechnung dann, dass der Schlauch demnach 9,95 oder 9,84 mm Innendurchmesser gehabt haben muss.
Das passt erstaunlich gut!
Will man den passenden Schlauch als Ausströmer berechnen, gibt man entsprechend die Pumpendaten ein, also z.B. wie viel Wasser die gewählte Pumpe je Minute 45 m hoch pumpen kann (das entspricht 4,5 bar Druck an der Pumpe, oder einen anderen Punkt der Pumpenkennlinie wählen).
Jetzt mit der Eingabe der Schlauchlänge so lange experimentieren, bis der berechnete Schlauchinnendurchmesser (und die Länge) sinnvoll erscheinen.
Eine Abschätzung reicht hier auch immer, denn eine kleine Abweichung ändert nur leicht die reale Kombination von Druck und Durchfluss, die sich dann in der Praxis ergibt.
Noch mal zur Erinnerung:
Mehr Druck in bar an der Pumpe steigert die Konzentration von H₂‑Gas im Wasser, reduziert aber natürlich zugleich den Durchfluss (entsprechend der Pumpenkennlinie). Und weniger Durchfluss bedeutet, es braucht entsprechend länger, bis eine ganze Badewanne voll Wasser diese hohe H₂‑Konzentration dann auch erreicht hat. Als Abschätzung: Die maximale Anreicherung mit H₂‑Gas bei einer kleineren Badewanne mit 200 Liter Wasservolumen dauert etwa 30 Minuten, wenn die Pumpe ca. 15 Liter je Minute umpumpen.
Bild 3: kombinierte Dekompressionsleitung (blaues Außenrohr Ø 6/4 mm mit transparentem Innenrohr Ø 3/1,5 mm)
Bild 4: kombinierte Dekompressionsleitung (weißes Außenrohr Ø 10/6 mm mit 3 transparenten Innenrohren Ø 3/1,5 mm, außen besser Ø 10/8 mm verwenden)
Soll das H₂‑Wasser bei sehr kleinen Durchflussmengen sanft dekomprimiert werden wie bei meinen Geräten zum glasweisen oder kannenweisen Zapfen von H₂‑Trinkwasser, können in gleicher Weise entsprechend dünnere und kürzere Kunststoffröhrchen verwendet werden, oder sogar auch mehrere Leitungen parallel oder ineinander angeordnet werden:
Ein Trichter zur sanfteren Dekompression beim Ausströmen
Um übersättigtes H₂‑Wasser mit mehr als 1,5 ppm H₂‑Gas im Wasser zu erhalten, müssen das H₂‑Gas und das Wasser gemeinsam einem Überdruck ausgesetzt werden. Je höher dieser Druck ist, umso mehr H₂‑Gas kann sich im Wasser lösen. Hat sich das Gas dann "übersättigt" im Wasser gelöst, bewirkt ein schneller Druckabfall, dass ein großer Teil des gelösten Gases dem Wasser sofort wieder in Form feinster Gasbläschen entweicht. Das ist vergleichbar mit Sekt, der sich mit CO₂‑Gas übersättigt in der Glas-Druckflasche befindet. Lässt man den Korken knallen, dann schäumt der Sekt aus der Flasche. Löst man den Korken langsam und gleichmäßig aus der Flasche, so sinkt der Innendruck im Sekt auch langsamer auf den Außendruck ab, und mehr Gas bleibt im Sekt gelöst. Gleiches gilt auch für die Kohlensäure (CO₂‑Gas) im Bierfass, weshalb hier ein spezieller Zapfhahn für eine sanftere Dekompression verwendet wird, damit das Bier beim Zapfen weniger schäumt und nicht direkt abgestanden schmeckt.
So ein Zapfhahn funktioniert in etwa so, dass im Hahn der Fließquerschnitt über eine recht kurze Strecke aufgeweitet wird, wodurch sich auf dieser Strecke der Druck und die Fließgeschwindigkeit verringern. Im Zapfhahn befindet sich dafür auch noch ein verstellbarer Kegel, der die Ausflussmenge so weit drosseln kann, dass der Druckabfall über diese kurze Aufweitung gerade noch nicht zu starkem Schäumen führt (weniger Durchfluss bei höherem Druck im Bierfass).
Eine billige Alternative zu so einem Zapfhahn ist, einfach einen möglichst spitzen Trichter als Ausströmer zu verwenden. In so einem Trichter weitet sich der Fließquerschnitt kontinuierlich auf, wodurch sich der Wasserdruck ebenfalls kontinuierlich abbaut und sich die Fließgeschwindigkeit verringert. Das Wasser spritzt dann nicht mehr aus dem Rohr- oder Schlauchende in das stehende Wasser, sondern "plätschert sanft" aus dem Trichter.
Ein Trichter am Ende ist immer dann sinnvoll, wenn das H2-Wasser milchig, oder mit einem Bläschen-Nebel austritt. Tritt das Wasser klar aus, so hat ein Trichter am Ende kaum oder keinen Effekt.
Hier sind solche Beispiele für Trichter, mit denen ich experimentiert habe:

Bild 1: Langer Öl-Einfülltrichter an 20-m-Schlauch (∅ 12 mm) und am No-Name-Zapfhahn

Bild 2: Kleiner Öl-Einfülltrichter am 50‑m‑Schlauch, ∅ 10 mm

Bild 3: Carbon-Rohr für den Modellbau am 50-m-Schlauch ∅ 10 mm (ein 97 cm langer Trichter, Aufweitung innen von 10 mm auf 24 mm)
Das lange dünne Carbonrohr aus Bild 3 erwies sich als sehr effektiv und in der Durchflussmenge ohne Bläschennebel dem Zapfhahn überlegen.
Einleiten von H₂‑Gas in die Umwälzpumpe
Die einfachste Form der Einleitung besteht darin, das H₂‑Gas gleich unter Wasser mit ansaugen zu lassen. So kann es keine Rückwirkungen auf den Inhalator geben, der das H₂‑Gas erzeugt. Am besten den Gasschlauch so an die Ansaugung anlegen oder fest anschließen, dass das Gas vor der Öffnung des Ansaugschlauchs vorbeiblubbert und mit angesaugt wird, wenn die Pumpe läuft. Wird der Gasschlauch direkt in den Ansaugschlauch gesteckt, so sammelt sich Gas in der Ansaugseite, wenn nur der Inhalator läuft, und die Pumpe muss dann ggf. neu mit Wasser gefüllt werden, damit sie saugt.


Bild 1: Der Gasschlauch (links) wird auf einen Stutzen am Filterkorb des Ansaugschlauchs gesteckt. In liegender Position am Boden der Badewanne entweicht das H₂‑Gas durch den Filterkorb nach oben und gerät so nicht in den Saugschlauch, wenn die Pumpe nicht eingeschaltet ist.
Einleitung von H2-Gas feinperlig und möglichst nah an der Druck-Mix-Pumpe
Wird das H2-Gas wie oben beschrieben mit in die Ansaugleitung geführt, so sammeln sich die Bläschen auf dem Weg zum Schaufelrad in der Druck-Mix-Pumpe zu größeren Gasblasen an, die nicht mehr kontinuierlich fein eingemixt werden können. Die Einleitung sollte aber besser in einem kontinuierlichen Strom feinster Bläschen erfolgen, um möglichst effektiv eingemixt zu werden.
Die einfachste Möglichkeit, die gut funktioniert, besteht darin, das Gas durch ein sehr dünnes Röhrchen in das vorbeiströmende Wasser zu injizieren. Die Strömung sorgt dafür, dass hier eine Perlenkette feiner Bläschen im Wasser entsteht.
Ich verwendete dazu bei der Pumpe PKm65 in der Minimal-Lösung ein Kupferröhrchen mit 3 mm Außendurchmesser, wie es in Chemielaboren in Gasanlagen zum Einsatz kommt. Es kann leicht in eine 3-mm-Bohrung gesteckt und ggf. zusätzlich eingeklebt werden. Die Abdichtung ist hier unkritisch, weil in der Saugleitung nur geringe (Unter-)Drücke herrschen. Bei Undichtigkeiten wird im Betrieb eben etwas Luft mit angesaugt oder es tropft vielleicht, wenn die Pumpe abgeschaltet ist.



Bilder 2 bis 4: H2-Gas-Zuführung direkt an der Pumpe über eine 3-mm-Bohrung im Verbindungs-Nippel mit eingestecktem Kupfer-Röhrchen. Daran angeschlossen ein Rückschlagventil (weiß mit schwarzem Pfeil), damit kein Wasser in den Inhalator gepresst werden kann. Der angeschlossene Inhalator muss selbst so viel Druck erzeugen können, dass das Rückschlagventil öffnet. Die meisten Inhalatoren sind dazu in der Lage.
Bei der selbstansaugenden Pumpe PKSm65 ist diese Konstruktion leider unzureichend, weil die Pumpe zusätzlich eine Wasserkammer mit Gummi-Ventilklappe hat, in der sich die feinen Bläschen wieder zu größeren H₂‑Gasblasen ansammeln, die in das Wasser eingemixt werden.
1. Lösung: Bei der ersten Pumpe PKSm65 habe ich ein sehr dünnes Kunststoffröhrchen bis nahe an das Schaufelrad im Inneren der Pumpe geführt. Dazu habe ich einen Zugang in die Ansaugkammer direkt hinter das schwarze Ansaugventil geschaffen, welches leicht abgeschraubt werden kann. Das erfordert schon handwerkliches Geschick, und es muss dazu die Pumpe selbst angebohrt werden, aber die Pumpe selbst muss dazu nicht geöffnet werden.


Bilder 5 und 6: Hier habe ich ein Loch in die Ansaugkammer der Pumpe PKSm65 gemacht, ein Gewinde G1/8″ geschnitten und eine Anschluss-Tülle für das 6‑mm-IQS-Stecksystem eingeschraubt. In die Tülle habe ich ein dünnes, flexibles 3‑mm-PVC-Röhrchen gesteckt, das im Inneren der Pumpe schräg nach unten bis dicht vor das Peripheral-Schaufelrad reicht. Das Eingangsende des PVC-Röhrchens habe ich mit schwarzem Isolierband so umwickelt, dass es in der 6‑mm‑Tülle klemmt. Im Bild links ragt das schwarze Isolierband-Röllchen gerade noch ein wenig aus der schwarzen IQS-Tülle heraus. (PVC habe ich deshalb gewählt, damit die Pumpe nicht zerstört wird, sollte sich das Röhrchen lösen und in das Schaufelrad gelangen.)
2. Lösung: Bei der zweiten Pumpe PKSm65 habe ich den H2-Zugang direkt sehr nah am Schaufelrad der Pumpe eingebaut. Das ist die bessere Variante, aber die Bohrung in die gusseiserne Pumpenkammer muss dazu sehr genau platziert werden. Ich empfehle dazu, das vordere Teil der Pumpe abzuschrauben, was das Anbohren erleichtert und verhindert, dass Bohrspäne in die Pumpe fallen können. Dazu die drei blauen 8-mm-Schrauben entfernen und den Deckel mit der Ansaugkammer entfernen.

Bild 7: Pumpe PKSm65 geöffnet (Pumpenkammer von innen) Bild 8: Markierung der erforderlichen 4-mm-Bohrung (von außen)

Bild 9: Bohrung mit eingeschnittenem M5-Gewinde und Einschraubteilen Bild 10: Pumpenkammer von innen mit eingeschraubten Einbauteilen
Bild 11: Das Ansaugventil wird zur Selbstmontage mitgeliefert Bild 12: Fertiger H2-Einlass mit aufgestecktem Winkel und Rückschlagventil
Achtung: Vor dem Schließen der Pumpenkammer und Anziehen der Schrauben darauf achten, dass die Ringdichtung an der Pumpe wieder richtig positioniert ist (ich habe mir schon mal den O-Ring beim Schließen zerschnitten).
Bei der nicht selbstansaugenden Pumpe PKm70 mit höherem Durchfluss hat sich diese aufwändigere Variante der H2-Gas-Ansaugung bewährt, die ohne Bohrungen auskommt. Dabei strömt das H₂‑Gas aus einem sehr feinporigen Pressluft-Schalldämpfer aus gesinterten kleinen Aluminium-Perlen, der sich im Wasserstrom der Ansaugleitung dicht vor der Pumpe befindet. Wichtig dabei ist wieder, dass der verbleibende freie Querschnitt in der Saugleitung noch so groß bleibt, dass hier weder Unterdruck noch heftige Verwirbelungen auftreten. In diesem Beispiel erfolgt die Zuführung in der 1"-Leitung direkt vor der Pumpe mit angeschlossenem 3/4"-Saugschlauch.


Bild 13: Verwendeter Pressluft-Schalldämpfer, den ich auch schon verwendet habe, um Wasser mit H2-Gas durch einfaches "Durchsprudeln" anzureichern.
Bild 14: Sprudelstab von Aquavolta, den man auch verwenden könnte (wenn man das Zuführungsrohr kürzt).




Bilder 15 bis 16: Bauteile: Einschraub-Tülle G 1/8″-6mm-IQS-Stecknippel, Nippel G1/8" auf 1/2", O-Ring-Dichtung, Stückchen Gummischlauch schwarz, Schalldämpfer, 1"-Messing-T-Stück mit 1/2" Abgang (hier im Bild nach unten)
Der Sprudel-Auslass ragt auf diese Weise in das 1″-Rohr und wird vom angesaugten Badewasser umströmt.
Der H2-Einlass kann dank der O-Ring-Dichtung von Hand leicht ein- und ausgeschraubt werden und dient so zugleich als Grundablass zur Drainage der Pumpe. (Wird die Pumpe längere Zeit nicht benutzt, sollte vorher alles Wasser entleert werden.)
Das gebogene 3/4-Messingrohr mit der Anschlusskupplung ist wieder mit einem Reduzier-Nippel 3/4" auf 1" angeschlossen.
Diese Lösung eignet sich besonders gut dafür, H₂‑Gas-Mengen über 300 ml/min in das angesaugte Wasser einzutragen.
Eine noch einfachere und bessere Lösung für die nicht selbstansaugenden Pumpen besteht darin den Entleerungsstopfen oben im Pumpengehäuse durch einen Stutzen zu ersetzen, durch den das H2-Gas auf der Saugseite bis direkt an das Schaufelrad der Pumpe geführt wird.



Bilder 17 bis 19: Den Blindstopfen (oben mit Kupferdichtung) gegen einen Durchführungsstitzen mit O-Ring_dichtung ersetzen


Bilder 20 bis 21: Die H2-Gas-Durchführung endet inne auf der Saugseite in der Kammer in der sich das Schaufelrad der Pumpe drreht, der silbern frei geschliffene Steg trennt die Saugseite (rechts) von der Druckseite (links).


Bilder 22 bis 23: Fertiger Anschluss für das H2-Gas aus dem Inhalator

