Einleiten von H₂‑Gas in die Umwälzpumpe
Die einfachste Form der Einleitung besteht darin, das H₂‑Gas gleich unter Wasser mit ansaugen zu lassen. So kann es keine Rückwirkungen auf den Inhalator geben, der das H₂‑Gas erzeugt. Am besten den Gasschlauch so an die Ansaugung anlegen oder fest anschließen, dass das Gas vor der Öffnung des Ansaugschlauchs vorbeiblubbert und mit angesaugt wird, wenn die Pumpe läuft. Wird der Gasschlauch direkt in den Ansaugschlauch gesteckt, so sammelt sich Gas in der Ansaugseite, wenn nur der Inhalator läuft, und die Pumpe muss dann ggf. neu mit Wasser gefüllt werden, damit sie saugt.


Bild 1: Der Gasschlauch (links) wird auf einen Stutzen am Filterkorb des Ansaugschlauchs gesteckt. In liegender Position am Boden der Badewanne entweicht das H₂‑Gas durch den Filterkorb nach oben und gerät so nicht in den Saugschlauch, wenn die Pumpe nicht eingeschaltet ist.
Einleitung von H2-Gas feinperlig und möglichst nah an der Druck-Mix-Pumpe
Wird das H2-Gas wie oben beschrieben mit in die Ansaugleitung geführt, so sammeln sich die Bläschen auf dem Weg zum Schaufelrad in der Druck-Mix-Pumpe zu größeren Gasblasen an, die nicht mehr kontinuierlich fein eingemixt werden können. Die Einleitung sollte aber besser in einem kontinuierlichen Strom feinster Bläschen erfolgen, um möglichst effektiv eingemixt zu werden.
Die einfachste Möglichkeit, die gut funktioniert, besteht darin, das Gas durch ein sehr dünnes Röhrchen in das vorbeiströmende Wasser zu injizieren. Die Strömung sorgt dafür, dass hier eine Perlenkette feiner Bläschen im Wasser entsteht.
Ich verwendete dazu bei der Pumpe PKm65 in der Minimal-Lösung ein Kupferröhrchen mit 3 mm Außendurchmesser, wie es in Chemielaboren in Gasanlagen zum Einsatz kommt. Es kann leicht in eine 3-mm-Bohrung gesteckt und ggf. zusätzlich eingeklebt werden. Die Abdichtung ist hier unkritisch, weil in der Saugleitung nur geringe (Unter-)Drücke herrschen. Bei Undichtigkeiten wird im Betrieb eben etwas Luft mit angesaugt oder es tropft vielleicht, wenn die Pumpe abgeschaltet ist.



Bilder 2 bis 4: H2-Gas-Zuführung direkt an der Pumpe über eine 3-mm-Bohrung im Verbindungs-Nippel mit eingestecktem Kupfer-Röhrchen. Daran angeschlossen ein Rückschlagventil (weiß mit schwarzem Pfeil), damit kein Wasser in den Inhalator gepresst werden kann. Der angeschlossene Inhalator muss selbst so viel Druck erzeugen können, dass das Rückschlagventil öffnet. Die meisten Inhalatoren sind dazu in der Lage.
Bei der selbstansaugenden Pumpe PKSm65 ist diese Konstruktion leider unzureichend, weil die Pumpe zusätzlich eine Wasserkammer mit Gummi-Ventilklappe hat, in der sich die feinen Bläschen wieder zu größeren H₂‑Gasblasen ansammeln, die in das Wasser eingemixt werden.
1. Lösung: Bei der ersten Pumpe PKSm65 habe ich ein sehr dünnes Kunststoffröhrchen bis nahe an das Schaufelrad im Inneren der Pumpe geführt. Dazu habe ich einen Zugang in die Ansaugkammer direkt hinter das schwarze Ansaugventil geschaffen, welches leicht abgeschraubt werden kann. Das erfordert schon handwerkliches Geschick, und es muss dazu die Pumpe selbst angebohrt werden, aber die Pumpe selbst muss dazu nicht geöffnet werden.


Bilder 5 und 6: Hier habe ich ein Loch in die Ansaugkammer der Pumpe PKSm65 gemacht, ein Gewinde G1/8″ geschnitten und eine Anschluss-Tülle für das 6‑mm-IQS-Stecksystem eingeschraubt. In die Tülle habe ich ein dünnes, flexibles 3‑mm-PVC-Röhrchen gesteckt, das im Inneren der Pumpe schräg nach unten bis dicht vor das Peripheral-Schaufelrad reicht. Das Eingangsende des PVC-Röhrchens habe ich mit schwarzem Isolierband so umwickelt, dass es in der 6‑mm‑Tülle klemmt. Im Bild links ragt das schwarze Isolierband-Röllchen gerade noch ein wenig aus der schwarzen IQS-Tülle heraus. (PVC habe ich deshalb gewählt, damit die Pumpe nicht zerstört wird, sollte sich das Röhrchen lösen und in das Schaufelrad gelangen.)
2. Lösung: Bei der zweiten Pumpe PKSm65 habe ich den H2-Zugang direkt sehr nah am Schaufelrad der Pumpe eingebaut. Das ist die bessere Variante, aber die Bohrung in die gusseiserne Pumpenkammer muss dazu sehr genau platziert werden. Ich empfehle dazu, das vordere Teil der Pumpe abzuschrauben, was das Anbohren erleichtert und verhindert, dass Bohrspäne in die Pumpe fallen können. Dazu die drei blauen 8-mm-Schrauben entfernen und den Deckel mit der Ansaugkammer entfernen.

Bild 7: Pumpe PKSm65 geöffnet (Pumpenkammer von innen) Bild 8: Markierung der erforderlichen 4-mm-Bohrung (von außen)

Bild 9: Bohrung mit eingeschnittenem M5-Gewinde und Einschraubteilen Bild 10: Pumpenkammer von innen mit eingeschraubten Einbauteilen
Bild 11: Das Ansaugventil wird zur Selbstmontage mitgeliefert Bild 12: Fertiger H2-Einlass mit aufgestecktem Winkel und Rückschlagventil
Achtung: Vor dem Schließen der Pumpenkammer und Anziehen der Schrauben darauf achten, dass die Ringdichtung an der Pumpe wieder richtig positioniert ist (ich habe mir schon mal den O-Ring beim Schließen zerschnitten).
Bei der nicht selbstansaugenden Pumpe PKm70 mit höherem Durchfluss hat sich diese aufwändigere Variante der H2-Gas-Ansaugung bewährt, die ohne Bohrungen auskommt. Dabei strömt das H₂‑Gas aus einem sehr feinporigen Pressluft-Schalldämpfer aus gesinterten kleinen Aluminium-Perlen, der sich im Wasserstrom der Ansaugleitung dicht vor der Pumpe befindet. Wichtig dabei ist wieder, dass der verbleibende freie Querschnitt in der Saugleitung noch so groß bleibt, dass hier weder Unterdruck noch heftige Verwirbelungen auftreten. In diesem Beispiel erfolgt die Zuführung in der 1"-Leitung direkt vor der Pumpe mit angeschlossenem 3/4"-Saugschlauch.


Bild 13: Verwendeter Pressluft-Schalldämpfer, den ich auch schon verwendet habe, um Wasser mit H2-Gas durch einfaches "Durchsprudeln" anzureichern.
Bild 14: Sprudelstab von Aquavolta, den man auch verwenden könnte (wenn man das Zuführungsrohr kürzt).




Bilder 15 bis 16: Bauteile: Einschraub-Tülle G 1/8″-6mm-IQS-Stecknippel, Nippel G1/8" auf 1/2", O-Ring-Dichtung, Stückchen Gummischlauch schwarz, Schalldämpfer, 1"-Messing-T-Stück mit 1/2" Abgang (hier im Bild nach unten)
Der Sprudel-Auslass ragt auf diese Weise in das 1″-Rohr und wird vom angesaugten Badewasser umströmt.
Der H2-Einlass kann dank der O-Ring-Dichtung von Hand leicht ein- und ausgeschraubt werden und dient so zugleich als Grundablass zur Drainage der Pumpe. (Wird die Pumpe längere Zeit nicht benutzt, sollte vorher alles Wasser entleert werden.)
Das gebogene 3/4-Messingrohr mit der Anschlusskupplung ist wieder mit einem Reduzier-Nippel 3/4" auf 1" angeschlossen.
Diese Lösung eignet sich besonders gut dafür, H₂‑Gas-Mengen über 300 ml/min in das angesaugte Wasser einzutragen.