Trinkwasser mit Wasserstoff anreichern in der Praxis

Sinn, Grundlagen, Testen käuflicher H2-Geräte  -  alternative Bauanleitungen für günstigere Alternativen

Einfluss der Wasserqualität auf das Messergebnis der blauen Tropfen

 

Das Messergebnis kann durch im Trinkwasser enthaltene Stoffe beeinflusst werden. Es besteht auch die Möglichkeit, dass die Tropfen bei gewissen Verunreinigungen im Wasser weniger oder sogar überhaupt nichts anzeigen. Solche Stoffe im Wasser, die den Platin-Katalysator deaktivieren können, sind: Blei, Verbindungen der Aminogruppe (Ammoniakderivate wie Chloramine, die zur Wasserdesinfektion verwendet werden), Schwefelverbindungen (Schwefel/Sulfite/Sulfate), Zink, Eisen und Silizium.  Das habe ich einmal sehr deutlich erlebt:

In dem Wasser der Bodensee-Wasserversorgung in meinem Büro in Stuttgart z.B. haben die Tropfen zunächst gar kein H2 angezeigt. Schon der erste Tropfen blieb in H2-reichem Wasser blau. Darauf hin habe ich denselben Versuch nochmal mit Wasser aus dem Nachbargebäude wiederholt, und siehe, dort zeigten die Tropfen den erwarteten H2-Gehalt an. Beide Häuser wurden mit derselben Rohrleitung von der Straße aus versorgt, aber in meinem Gebäude waren offensichtlich Stoffe im Leitungssystem, die das Entfärben der Tropfen verhinderten. Nachdem ich dann das Wasser, auf das die Tropfen nicht reagierten, vor dem Boosten mit einem Kannen-Filter gefiltert hatte, der angeblich auch Schwermetalle aus dem Wasser filtert, haben die Tropfen auch in dem Gebäude funktioniert!  

Meiner Erfahrung nach zeigen unterschiedliche Wässer auch sonst durchaus kleine Unterschiede, entweder wirklich im H2-Gehalt oder in der Anzeige der Tropfen. Insbesondere unterscheiden sich Wässer darin, wie leicht (schnell) sich H2-Gas im Wasser löst, der maximal erreichbare Sättigungswert unterscheidet sich dagegen kaum oder gar nicht. (siehe Diagramm)

Diagram Einfluss Wasserqualität


Das Wasser der lokalen Wasserversorgung in Rangendingen löste im Versuch das H2-Gas mit einer Geschwindigkeit von 210 ppb/min, ähnlich dem entlüfteten Bodensee-Wasser Pf.2b,. Bei dem nicht-entlüfteten Bodensee-Wasser Pf.2b betrug die Geschwindigkeit aber nur 150 ppb/min. Verwendet wurde in dem Versuch ein Wasserstoff-Booster (Hibon, SPE H2+) mit 0,5 Liter Mehrweg-Kunststoffflasche aus PET.

Bei dieser Kombination aus Booster und Flasche war der Anstieg des H2-Gehalts nahezu linear (doppelte Begasungsdauer ergibt doppelten H2-Gehalt)
Das entlüftete Wasser erwies sich nur im Anfangsbereich etwas vorteilhafter (und weniger als erwartet). Vermutlich treibt auch das sprudelnde Begasen selbst schon "Fremdgase" aus dem Wasser.
(zur Erklärung: entlüftet nennt man ein Wasser, das keinerlei gelöste Gase enthält. Das kann man durch Abkochen oder durch Vakuumieren erreichen)

Da stellt sich die Frage:
Nimmt unterschiedliches Trinkwasser tatsächlich H2-Gas in unterschiedlicher Weise auf, oder wird die Messung mit den blauen Tropfen von der Wasserqualität beeinflusst?
Schließlich können Schwermetall-Rückstände im Wasser die Reaktion der blauen Tropfen ja auch so stark behindern, dass sie gar kein H2-Gas mehr anzeigen können.

Vergleichsmessungen unterschiedlicher Geräte sollte daher immer nur mit doppelt-destilliertem Wasser erfolgen!